Psychoneuroimmunologie PNI

Leitung:

Univ.-Prof. Dr. med. rer. nat. C. Schubert, Innsbruck

Inhalte und Ziele:

Die Psychoneuroimmunologie (PNI) gilt als vielversprechender Zweig der modernen psychosomatischen und psychotherapeutischen Forschung und bietet sich unseres Erachtens in besonderer Weise an, die Vernetzung der innerhalb des DKPM vertretenen Fachdisziplinen und Schulen zu fördern. Wir sehen die Implementierung einer eigenen Arbeitsgruppe im DKPM als Möglichkeit an, mit dem DKPM als Dachverband andere interessierte Kolleginnen und Kollegen anzusprechen und in weiterer Folge gemeinsame Forschungsprojekte zu etablieren. Folgende Inhalte und Ziele sehen wir als grundlegend für eine Arbeit in der AG PNI an:

  • Die AG PNI behandelt die Wechselwirkungen zwischen psychischen Faktoren und zwischen Faktoren des Nerven-, Hormon und Immunsystems in Gesundheit und Krankheit und betreibt somit psychosomatische Grundlagenforschung.
  • Die AG PNI versteht sich als interdisziplinäres und schulenübergreifendes Forum, in welchem die Vertreter der verschiedenen Fachdisziplinen (Psychologie, medizinisch-klinische Fächer, Immunologie, Endokrinologie u.a.) in gleichberechtigter Weise kooperieren sollen.
  • In der AG PNI soll dem in der gegenwärtigen PNI vorherrschenden biomedizinischen Paradigma das bio-psycho-soziale Paradigma (u.a. Engel; v. Uexküll; Stichworte Beziehungsmedizin, personenzentrierte Medizin, naturalistische Forschung) in theoretischer und in forschungspraktischer Weise kritisch gegenübergestellt werden.
  • In der AG PNI sollen der Diskurs und die Kooperation zwischen mehr forschenden und mehr klinisch-praktisch tätigen ÄrztInnen und PsychologInnen gefördert werden.
  • In der AG PNI sollen u.a. Multi-Center-Studien geplant und durchgeführt werden.
  • Die Einwerbung gemeinsamer Drittmittel auf der Basis bereits veröffentlichter Arbeiten werden als eines der vorrangigen Ziele der AG PNI gesehen, um geplante Projekte realisieren zu können.
  • Die DKPM-Tagungen sollen es ermöglichen, Ergebnisse aus Kooperationsprojekten der AG PNI einem größeren Fachkreis vorzustellen und sie mit diesem zu diskutieren.
  • Die AG PNI hat Kontakt zum “German Brain Endocrine Immune Network” (GEBIN), zur Deutschen Gesellschaft für Med. Psychologie (DGMP), zur Akademie für Integrierte Medizin (AIM), zur Deutschen Gesellschaft für Komplexe Systeme und Nichtlineare Dynamik und zur Österreichischen Gesellschaft für Psychotherapeutische Medizin. Weitere Kontakte zu inner- und außereuropäischen Vereinigungen unterschiedlicher Provenienz werden angestrebt.

Planungen und Treffen:

Die AG Psychoneuroimmunologie (PNI) führt derzeit eine Multi-Center-Kooperationsstudie durch. Dieses Multi-Center-Projekt betrifft die Frage, ob chronische Erschöpfung bei Brustkrebs durch einen dysfunktionalen Prozess getriggert ist, in welchem die ständige Angst vor einem Rückfall über ein hypofunktionales Stresssystem und erhöhte zelluläre Immunaktivität Erschöpfung bedingt. Basierend auf einem in Innsbruck entwickelten “integrativen” Forschungsansatz werden hierfür mehrere Einzelfälle über jeweils mindestens einen Monat in 12-Stunden-Abständen hinsichtlich diverser Variablen aus dem psychosozialen, psychologischen und biochemischen Spektrum untersucht. Die resultierenden Zeitreihen werden zunächst für jeden Einzelfall getrennt auf Wechselwirkungen hin statistisch getestet (u.a. ARIMA-Modellierung, Kreuzkorrelationsanalysen). Nach Durchführung und Auswertung mehrerer Einzelfallstudien sollen statistische Analysen zur Systematisierung von Resultaten folgen. Bei diesem Multi-Center-Projekt ist es geplant, nicht nur KollegInnen aus dem universitären Bereich, sondern auch wissenschaftlich interessierte KollegInnen aus der freien Praxis (InternistInnen, AllgemeinärztInnen, klinische PsychologInnen, PsychotherapeutInnen u.a.) für die Durchführung von Einzelfallstudien zu gewinnen. Die hierfür nötigen Grundkenntnisse sollen an eigens hierfür eingerichteten Treffen der AG PNI vermittelt werden. Koordination und Auswertung der Einzelfallstudien (Rating der Alltagsereignisse, Psychodiagnostik, biochemische Analysen) erfolgen durch die AG-Mitglieder in Innsbruck. Dieses Projekt soll mit Hilfe von Drittmitteln finanziert werden. Die daraus bereits entstandenen Publikationen sind unten aufgelistet.

Eine Mitgliedschaft beim DKPM ist zur Teilnahme an der AG PNI nicht notwendig. Findet das Treffen während der DKPM-Tagung statt, ist die Teilnahme an der AG PNI ohne spezielle Anmeldung möglich.

Die AG PNI trifft sich seit 2005 regelmäßig auf den Jahrestagungen der DKPM, im Regelfall zwischen 15.00 und 18.00 Uhr am Mittwochnachmittag. Zusätzliche Treffen außerhalb der DKPM-Jahrestagungen werden gesondert angekündigt.


Bisherige Mitglieder der AG PNI des DKPM:

Christina Burbaum (Freiburg), Willi Geser (Innsbruck), Kurt Fritzsche (Freiburg), Mechthild Neises (Hannover), Gerhard Schmid-Ott (Löhne, Co-Leiter bis 2009), Christian Schubert (Innsbruck)

Bisherige Treffen der AG PNI auf Arbeitstagungen des DKPM:

60. Arbeitstagung des Deutschen Kollegiums für Psychosomatische Medizin 2009 Mainz: Psychodermatologie &
Psychoneuroimmunologie (gemeinsames Treffen)

Thema: Psychoneuroimmunologische Aspekte Th1-mediierter Erkrankungen

Leitung: G. Schmidt-Ott (Hannover), V. Neimeier (Gießen), C. Schubert (Innsbruck, Österreich)

1. Rationale und Design zur PNI-Substudie einer multizentrischen, randomisierten und kontrollierten Psychotherapiestudie bei depressiven Koronarpatienten (SPIRR-CAD)
K. Fritzsche (Freiburg i. Brsg.), C. Schubert (Innsbruck, Österreich)
2. „Zeit“ und „Bedeutung“ in der Psychoneuroimmunologie C. Schubert (Innsbruck, Österreich)
59. Arbeitstagung des Deutschen Kollegiums für Psychosomatische Medizin 2008 Freiburg: Psychoneuroimmunologie & Psychosomatische Dermatologie (gemeinsames Treffen) Leitung: V. Niemeier (Gießen), G. Schmidt-Ott (Hannover), C. Schubert (Innsbruck)
4. 1. Regulation von Acethylcholinrezeptoren in der Haut durch psychischen Stress V. Niemeier (Gießen)
5. 2. Neue Ergebnisse der Freiburger Einzelfallstudie über biologische Korrelate von Fatigue bei Mamma-Ca
K. Fritzsche (Freiburg), C. Burbaum (Freiburg)
58. Arbeitstagung des Deutschen Kollegiums für Psychosomatische Medizin 2007 Nürnberg: Psychophysiologie & AG Psychoneu¬roimmunologie (gemeinsames Treffen)Leitung: H. C. Deter (Berlin), B. Dahme (Ham­burg) & C. Schubert (Innsbruck), G. Schmidt-Ott G (Hannover)

1. Stressmarker und Möglichkeiten der Stress- und Therapieevaluation bei vaskulären und onkologischen Erkrankungen
2. Kann Immunaktivierung bei Krebs die Stim­mung verändern? Schubert C (Innsbruck)
3. Stressmarker zur Evaluation von Therapiepro­zessen bei kardiovaskulären ErkrankungenWeber C (Berlin)
4. Die 11beta-Hydroxysteroid-Dehydrogenase Typ 2 und ihre Rolle innerhalb des Cortison-Stoffwechsels bei der Entstehung der essenti­ellen HypertonieThomas A (Berlin)Diskussion und Studienplanung
57. Arbeitstagung des Deutschen Kollegiums für Psychosomatische Medizin 2006 Magdeburg 56. Arbeitstagung des Deutschen Kollegiums für Psychosomatische Medizin 2005 Dresden . Bisherige Publikationen der AG PNI des DKPM: Geser W, Schmid-Ott G, Neises M, Fritzsche K, Burbaum C, Fuchs D, Schubert C: Der Einfluss von emotional bedeutsamen Alltagsbelastungen auf den Verlauf von Urin-Cortisol und Urin-Neopterin bei einer Brustkrebsüberlebenden. In: Gula B, Alexandrowicz R, Strauß S, Brunner E, Jenull-Schiefer B, Vitouch O (Hrsg.). Perspektiven psychologischer Forschung in Österreich. Pabst Science Publishers: Lengerich, 259-266 (2006).Schubert C, Neises M, Fritzsche K, Burbaum C, Geser W, Ocaña-Peinado FM, Fuchs D, Hass R, Schmid-Ott G: Preliminary evidence on the direction of effects between day-to-day changes in cellular immune activation, fatigue and mood in a patient with prior breast cancer: A time-series analysis approach. Pteridines 18(4): 139-147 (2007).Schubert C, Neises M, Fritzsche K, Burbaum C, Geser W, Ocaña-Peinado FM, Fuchs D, Hass R, Schmid-Ott G: Mood and fatigue in everyday life are temporally related to cellular immune activity. Preliminary evidence from an “integrative single-case study” on a patient with prior breast cancer. Psychopathology 42: 67-68 (2009). Darüber hinaus wurden die Forschungsergebnisse der AG PNI auf Jahrestagungen diverser wissenschaftlicher Gesellschaften in Posterform oder als Vortrag vorgestellt (u.a. DKPM 2006, 2009, European Conference of Psychosomatic Research 2006, 2008; American Psychosomatic Society 2007, 2009; International Society of Pteridinology 2007, 2008, 2009; Neurobiologie der Psychotherapie 2009) Bei der 65. Jahrestagung der American Psychosomatic Society (APS) 2007 in Budapest wurde ein Posterabstract der AG PNI des DKPM vom Programmkommitee als „especially newsworthy“ und „of considerable interest to the general public and scientific community“ gewertet und für eine Pressekonferenz ausgewählt (Schubert et al., experiencing emotionally meaningful stressors can directly trigger inflammation in breast cancer and medication intake counteracts these responses).

Leitung:

Univ.-Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Christian Schubert

Labor für Psychoneuroimmunologie

Universitätsklinik für Medizinische Psychologie 
und
Psychotherapie Innsbruck

Medizinische Universität Innsbruck

Schöpfstrasse 23A 
A-6020 Innsbruck

Tel.:+43-512-504-25982 (Büro)
      
+43-512-504-28795 (Labor)

Fax:+43-512-504-28797

Christian.Schubert@uibk.ac.at

Prof. Dr. Ch. Schubert ist Arzt und Psychologe;
er leitet das Labor für Psychoneuroimmunologie 
der Univ.-Klinik für Med. Psychologie und
Psychotherapie Innsbruck.