Sehr geehrte Teilnehmerinnen
und Teilnehmer,
es ist mir eine Freude, dem Jahreskongress der beiden psychosomatischen
Fachgesellschaftenin Deutschland, dem Deutschen Kollegium
für Psychosomatische Medizin und derDeutschen Gesellschaft
für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie,
zur Eröffnung die Grüße der Freiburger Universität
zu überbringen.
Die Universität Freiburg feierte im vergangenen Jahr
ihr 550-jähriges Bestehen. Aufgrund ihrer langen Geschichte
hat die Albert-Ludwigs-Universität wie nur wenige andere
Universitäten in Deutschland die ganze Breite wissenschaftlicher
Disziplinen unter ihrem Dach versammelt. Dieses breite Spektrum
der wissenschaftlichen Fächer ist für das Selbstverständnis
unserer Universität charakteristisch und wir glauben,
dass daraus gerade in einer Zeit, in der die Zusammenarbeit über
die Fachgrenzen hinweg an Bedeutung gewinnt, besondere Chancen
erwachsen.
Dies gilt besonders auch für die Psychosomatische Medizin,
die ihre Wurzeln sowohl in den Naturwissenschaften, wie auch
in den Geistes- und Sozialwissenschaften hat und die traditionell
den interdisziplinären Dialog mit den angrenzenden Wissenschaften
pflegt. In einer Zeit zunehmender Spezialisierung in fast
allen Bereichen der Medizin sollte die Psychosomatik ähnlich
wie die Medizinethik den Blick weiten und Fragen der Selbstverständigung über
die Ziele medizinischen Handelns aufgreifen. Die Berührung
der Psychosomatik mit den Sozialwissenschaften ergibt sich
daraus, dass die Lebensschicksale der Patienten, mit
denen sich die Psychosomatik beschäftigt, durch den
Wandel gesellschaftlicher Institutionen, wie etwa der Familie,
besonders geprägt sind. Das Verständnis einzelner
Lebensschicksale ist mit den gesellschaftlichen Bedingungen
eng verwoben und dies wird sich auch auf die Möglichkeiten
der psychotherapeutischen Behandlung auswirken. Dass die
Psychosomatik darüber hinaus ihren Platz in der Medizin
einnimmt und hier in den beiden vergangenen Jahrzehnten zunehmend
die Zusammenarbeit mit anderen Fächern intensiviert
hat, führte dazu, dass das Fach heute an fast allen
medizinischen Fakultäten durch Lehrstühle selbstverständlich
vertreten ist.
Die Prävention von Entwicklungsschäden, die durch
Armut, Störungen der familiären Beziehungen und
andere Aspekte des sozialen Umfeldes entstehen, gehört
zu den wichtigen Aufgaben heutiger Familienpolitik. Insofern
berührt das Thema Ihres Kongresses Fragen, die in der öffentlichen
Diskussion in den vergangenen Jahren eine wichtige Rolle
gespielt haben und die von anhaltender Aktualität sind.
Ich wünsche Ihnen für die Durchführung Ihres
Kongresses gutes Gelingen. Ich freue mich, dass Sie auf diesem
Wege die Freiburger Universität kennen lernen und hoffe,
dass Sie neben Ihrem umfassenden wissenschaftlichen Programm
Zeit finden werden, die angenehmen Seiten wahrzunehmen, die
Freiburg als Stadt zu bieten hat.
Prof. Dr. Wolfgang Jäger
Rektor der Universität Freiburg |