Kongress 2008
Freiburg im Breisgau
12. - 15. März
  Bindung und Entwicklung

DKPM/DGPM

59. Jahrestagung des Deutschen Kollegiums für
Psychosomatische Medizin (DKPM) und
16. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für
Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM)
DGPM-Vorsitzender
Prof. Dr.
Thomas Loew

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die psychische Funktionalität »Bindung« in einem Satz zu definieren, könnte zu folgendem Ergebnis führen: Ein Lebewesen, das sich in einer Bindung befindet, reagiert auf die reale oder imaginierte Präsenz eines anderen Lebewesens mit typischen psychoneuroendokrinen Veränderungen. Im psychotherapeutischen Kontakt nützen wir die Mechanismen zunehmend bewusster, um die Bindungsfähigkeiten zu verbessern. Auch zwischen dem DKPM und der DGPM funktioniert die Chemie: Ist das Kollegium der wissenschaftliche Arm der Psychosomatik und Psychotherapie, sieht es die Fachgesellschaft als Aufgabe, die Erkenntnisse in die konkrete Welt der Psychosomatischen Medizin zu transportieren – zu wandeln… um in der langen Freiburger Kaufmannstradition zu sprechen – und ist damit verantwortlich für das Fortbildungsprogramm, will aber auch in den wissenschaftlichen Symposien den Praxisbezug herstellen. Wir freuen uns, nunmehr das 2. Fortbildungsprogramm auf der Jahrestagung präsentieren zu können, das zunehmend umfangreicher und von Ihnen, den Besuchern, sehr gut angenommen wird.

Damit ist die Brücke zur Entwicklung geschlagen: Das wichtige Schlagwort steht in unserem Arbeitsfeld synonym für Reifung – Ausdifferenzierung, Kompetenzstärkung, Zunahme von Flexibilität, strukturelle Aspekte, wie Abteilungsneugründungen, neue Aufgabenfelder etc. Auf Seiten der »neuen« DGPM – im Jahr 3 nach der Verschmelzung mit der Allgemeinen Ärztlichen Gesellschaft für Psychotherapie – ist der Begriff sehr auf die Identität und damit der Präzisierung des Handelns und der klinischen Fragestellung des Gebietes »Psychosomatische Medizin und Psychotherapie« im engeren Sinn fokussiert, und auf die Aufgabe, die Psychotherapie der Fachärzte in eine Psychosomatik der Inneren Medizin, der Gynäkologie, der Dermatologie und … und … und ... auf dem Boden der empirischen Wissenschaft zu entwickeln. Auch hier sind Sie, die Tagungsteilnehmer wichtige Ideen- und Impulslieferanten, ganz im Geiste des Nestors der deutschen Psychosomatischen Medizin, Thure von Uexküll, der in diesem Jahre seinen hundertsten Geburtstag gefeiert hätte.

Prof. Dr. Thomas Loew
Vorsitzender der
Deutschen Gesellschaft
für Psychosomatische
Medizin und Ärztliche
Psychotherapie

 

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