|
Prof. Dr.
Christoph Peters
|
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
ich freue mich, Ihnen zur Eröffnung des Jahreskongresses
der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Medizin
und Ärztliche Psychotherapie und des Deutschen Kollegiums
für Psychosomatische Medizin die besten Grüße
der Medizinischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität
Freiburg zu überbringen.
Die Psychosomatische Medizin hat in Freiburg an der Medizinischen
Fakultät eine lange Tradition. Sie wurde in den 50er
Jahren durch den Internisten Ludwig Heilmeyer ins Leben gerufen
und 1972 durch die Errichtung eines Lehrstuhles und einer
eigenen Abteilung an der Fakultät verankert. Seitdem
ist die Psychosomatische Medizin zu einem selbstverständlichen
Teil der Medizinischen Fakultät geworden. Dies drückt
sich durch die Zusammenarbeit in der Patientenversorgung
im Bereich des Konsiliar-Liaisondienstes ebenso aus, wie
in den gemeinsamen Forschungsprojekten, die sich z.B. mit
den kommunikativen Fertigkeiten befassen, die bei der Betreuung
von Tumorpatienten erforderlich sind. Die Tatsache, dass
aus der Beziehung zwischen Arzt und Patient eine wichtige
Heilkraft entstehen kann, ist in der Medizin nichts grundsätzlich
Neues. Allerdings wurde dies früher eher als Angelegenheit
des einzelnen Arztes angesehen und weniger als eine Fertigkeit,
die spezifisch geschult werden muss. Die Schulung von Techniken
der Gesprächsführung ist ein Thema, durch das die
Psychosomatik zu einem Querschnittsfach für andere medizinische
Fächer wird, was u. a. auch durch ihre Beteiligung an
der Facharztweiterbildung für die Innere Medizin, die
Gynäkologie und andere Fächer deutlich wird.
Daneben spielen, wie ich aus Ihrem Kongressprogramm entnehme,
neurobiologische Grundlagen der Entwicklung und des Verhaltens,
die mit modernen Methoden der Bildgebung und anderen Verfahren
beschrieben werden, in Ihren Überlegungen eine Rolle.
Das Thema Ihrer Tagung, Bindung und Entwicklung, knüpft
an Fragen an, die im Grenzgebiet zwischen der Medizin und
anderen wichtigen Institutionen des sozialen Lebens wie der
Familie, der Schule etc. liegen. Die Frage, durch welche
Maßnahmen die Gesellschaft die Weichen für eine
möglichst günstige Entwicklung im Kindesalter stellen
kann, nimmt in der aktuellen politischen Diskussion aus gegebenem
Anlass breiten Raum ein. Wir wissen ja, dass Armut und ungünstige
Entwicklungsbedingungen im Kindesalter nicht nur die psychische
Entwicklung beeinflussen, sondern auch die Risiken für
körperliche Erkrankungen drastisch erhöhen. Deswegen
ist es wichtig, dass diese Zusammenhänge auch in der
Medizin und insbesondere in der Psychosomatik erforscht und
diskutiert werden. In diesem Sinne wünsche ich Ihrem
Kongress ein gutes Gelingen. Ich hoffe, dass Sie neben interessanten
und fruchtbaren wissenschaftlichen Diskussionen auch die
Zeit finden, die Stadt Freiburg und ihre schöne Umgebung
kennen zu lernen.
Prof. Dr. Christoph Peters
Dekan der Medizinischen
Fakultät der Universität Freiburg |