Kongress 2008
Freiburg im Breisgau
12. - 15. März
  Bindung und Entwicklung

DKPM/DGPM

59. Jahrestagung des Deutschen Kollegiums für
Psychosomatische Medizin (DKPM) und
16. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für
Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM)
Dekan

Prof. Dr.
Christoph Peters

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich freue mich, Ihnen zur Eröffnung des Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie und des Deutschen Kollegiums für Psychosomatische Medizin die besten Grüße der Medizinischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg zu überbringen.

Die Psychosomatische Medizin hat in Freiburg an der Medizinischen Fakultät eine lange Tradition. Sie wurde in den 50er Jahren durch den Internisten Ludwig Heilmeyer ins Leben gerufen und 1972 durch die Errichtung eines Lehrstuhles und einer eigenen Abteilung an der Fakultät verankert. Seitdem ist die Psychosomatische Medizin zu einem selbstverständlichen Teil der Medizinischen Fakultät geworden. Dies drückt sich durch die Zusammenarbeit in der Patientenversorgung im Bereich des Konsiliar-Liaisondienstes ebenso aus, wie in den gemeinsamen Forschungsprojekten, die sich z.B. mit den kommunikativen Fertigkeiten befassen, die bei der Betreuung von Tumorpatienten erforderlich sind. Die Tatsache, dass aus der Beziehung zwischen Arzt und Patient eine wichtige Heilkraft entstehen kann, ist in der Medizin nichts grundsätzlich Neues. Allerdings wurde dies früher eher als Angelegenheit des einzelnen Arztes angesehen und weniger als eine Fertigkeit, die spezifisch geschult werden muss. Die Schulung von Techniken der Gesprächsführung ist ein Thema, durch das die Psychosomatik zu einem Querschnittsfach für andere medizinische Fächer wird, was u. a. auch durch ihre Beteiligung an der Facharztweiterbildung für die Innere Medizin, die Gynäkologie und andere Fächer deutlich wird.

Daneben spielen, wie ich aus Ihrem Kongressprogramm entnehme, neurobiologische Grundlagen der Entwicklung und des Verhaltens, die mit modernen Methoden der Bildgebung und anderen Verfahren beschrieben werden, in Ihren Überlegungen eine Rolle. Das Thema Ihrer Tagung, Bindung und Entwicklung, knüpft an Fragen an, die im Grenzgebiet zwischen der Medizin und anderen wichtigen Institutionen des sozialen Lebens wie der Familie, der Schule etc. liegen. Die Frage, durch welche Maßnahmen die Gesellschaft die Weichen für eine möglichst günstige Entwicklung im Kindesalter stellen kann, nimmt in der aktuellen politischen Diskussion aus gegebenem Anlass breiten Raum ein. Wir wissen ja, dass Armut und ungünstige Entwicklungsbedingungen im Kindesalter nicht nur die psychische Entwicklung beeinflussen, sondern auch die Risiken für körperliche Erkrankungen drastisch erhöhen. Deswegen ist es wichtig, dass diese Zusammenhänge auch in der Medizin und insbesondere in der Psychosomatik erforscht und diskutiert werden. In diesem Sinne wünsche ich Ihrem Kongress ein gutes Gelingen. Ich hoffe, dass Sie neben interessanten und fruchtbaren wissenschaftlichen Diskussionen auch die Zeit finden, die Stadt Freiburg und ihre schöne Umgebung kennen zu lernen.

Prof. Dr. Christoph Peters
Dekan der Medizinischen
Fakultät der Universität Freiburg

 

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