29. Wissenschaftliches Symposium für Psychotherapie "Diesseits von Gut und Böse" am 16. + 17.09.2022 in Bochum

29. Wissenschaftliches Symposium für Psychotherapie "Diesseits von Gut und Böse" am 16. + 17.09.2022 in Bochum:


Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

„Diesseits von Gut und Böse“ ist das Leitthema des diesjährigen 29. Wissenschaftlichen
Symposiums für Psychotherapie in Bochum. Das Böse gehört unweigerlich zur menschlichen Existenz. 
Wahrscheinlich wird es immer das Böse geben, stehen doch Gut und Böse wie Licht und Schatten in einem dualistischen Verhältnis. 
Das eine kann nicht ohne das andere. Unabhängig von dem religiösen, ideologischen oder ethischen Standpunkt verstehen die meisten Menschen unter dem Bösen etwas, das schlecht für das Individuum und die Gesellschaft ist. Auch im psychotherapeutischen Alltag begegnen wir dem Bösen. 

Es stellt uns regelmäßig vor die Frage:
Wie gehen wir mit ihm um?
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird mit dem Adjektiv „böse“ etwas Unangenehmes oder
sogar Schädigendes assoziiert. Es kann ein Verhalten bezeichnen, welches mutwillig und
gegen den Willen anderer gerichtet ist. Die Antipoden Gut und Böse können aber auch
weiter gefasst werden, etwa im Sinne von selbst- und fremdschädigend, seine eigene
und die der anderen Entwicklung fördernd oder sich ihr widersetzend. Die Redensart
schließlich: „Das wird ein böses Ende nehmen!“ verweist fast apokalyptisch auf die zukünftigen
Konsequenzen.

Warum sind Menschen gut oder böse? Je nach Betroffenheit drängt sich in uns der
Wunsch nach einer Erklärung auf. Wieso ist dieser Mensch zu dem geworden, was er ist,
was hat er erlebt, was hat ihn geprägt, was waren protektive und was waren pathogene
Einflüsse in seiner Entwicklung?

Aus gutem Grund lautet das Leitthema „Diesseits von …“ und nicht „Jenseits von Gut
und Böse“. Es betont die Nähe, die ermöglicht, etwas genau zu sehen, dabei zu sein,
Unterschiede oder Gemeinsamkeiten zu erkennen und letztendlich zu verstehen. Sie
dürfen sich also zurücklehnen: Es besteht Hoffnung, noch ist nicht alles verloren. Wir
sind im Diesseits!

Nach „Beschleunigung und Entschleunigung“ (2021), „Schuld und Scham“ (2019), „Liebe
und Partnerschaft“ (2018) oder „Veränderbarkeit – Ändern, Verändern, Anders“ (2017) –
lassen Sie uns gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus der Medizin, der Neurobiologie,
Philosophie, Psychologie und Theologie in bewährter Weise aus unterschiedlichen
Perspektiven diskutieren. Blicken wir einem interessanten und spannenden Symposium
entgegen. Ich freue mich!

Mit herzlichen Grüßen

Univ.-Prof. Stephan Herpertz

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