Lehre und Ausbildungsforschung

Leitung:


Prof. Dr. med. V. Köllner, Homburg/Blieskastel
Prof Dr. med. J. Jünger, Heidelberg

Inhalte und Ziele:

Wenn Psychosomatische Medizin wirksam bleiben will, muss sie die Ausbildung junger Ärztinnen und Ärzte zu ihrem Hauptanliegen machen:

  • um das bio-psycho-soziale Modell im medizinischen Curriculum zu veranker
  • um Studierenden psychosomatische Denkansätze und Basisfertigkeiten zu vermitteln
  • um junge Kolleginnen und Kollegen für unseren Fach zu begeistern
  • um junge Kolleginnen und Kollegen zum wissenschaftlichen Arbeiten in der Psychosomatik zu motivieren – z. B. im Rahmen einer Promotion.

Die neue Approbationsordnung bietet hierbei Chancen, wie durch die Einführung von fächerübergreifendem Unterricht und problemorientierten Lernen, sie beinhaltet aber auch Risiken, da es z. B. keinen Musterstundenplan mehr gibt, der eine Mindeststundenzahl für unser Fach verbindlich festschreibt. Ziel muss es daher sein, das Kernfach Psychosomatische Medizin und Psychotherapie durch engagierten und innovativen Unterricht attraktiv zu halten und gleichzeitig Inhalte der bio-psycho-sozialen Medizin in Querschnittsbereichen und fächerübergreifenden Lehrmodellen zu implementieren. Ein besonderer Stellenwert kommt hierbei der Vermittlung von Wissen, Einstellungen und Fertigkeiten hinsichtlich der Arzt-Patient-Beziehung zu.
Erst in den letzten Jahren wurde die Bedeutung der Prüfungen für das medizinische Curriculum erkannt. Da sich für die Psychosomatik relevante Fertigkeiten und Einstellungen nur schwer in MC-Prüfungen abbilden lassen, wurde vielerorts ganz auf eine Prüfung verzichtet. Dies führte jedoch dazu, dass die Psychosomatik von den Studierenden im Vergleich zu prüfungsintensiveren Fächern als „weniger wichtig“ wahrgenommen wurde. Ziel muss daher die Entwicklung von fachspezifischen Prüfungsformen sein.
Diese Aufgaben sind jedoch von den einzelnen Abteilungen und Kliniken nur mit großem Aufwand zu bewältigen. Die Arbeitsgruppe „Ausbildungsforschung und Lehre“ soll daher eine Plattform bieten, um Lehrmethoden und –inhalte sowie Prüfungen gemeinsam weiterzuentwickeln bzw. auszutauschen und um Projekte im Bereich Ausbildungsforschung anzustoßen und ggf. auch gemeinsam durchzuführen.

Ziele der Arbeitsgruppe sind im Einzelnen:

  • Austausch von Informationen, Schulungsangebote
  • Vernetzung mit den anderen psychosozialen Fächern, wie medizinischer Psychologie und medizinischer Soziologie um zu einem longitudinalen Curriculum in Vorklinik und Klinik zu kommen
  • Gemeinsames Entwickeln von Prüfungen, um den Aufwand für die einzelnen Institutionen zu minimieren
  • Planung und Durchführung von Forschungsprojekten im Bereich „Didaktik der Psychosozialen Fächer“

Geplante Aktivitäten:

  1. Auf den Treffen der AG anlässlich der DKPM-Tagungen sollen regelmäßig Fortbildungen zum Themenbereich „Lehren und Prüfen“ angeboten werden.
  2. 2007 stehen die Prüfungen im Vordergrund, Angeboten wird ein Seminar mit praktischen Übungen (Schreiben einer OSCE-Station), Vision ist die Entstehung eines Buches „OSCE in den Psychosozialen Fächern“.
  3. Beim Treffen der AG in Nürnberg soll angesichts des Wechsels in der Leitung der AG über künftige Projekte und Aktivitäten diskutiert werden.

Leitung:

Prof. Dr. med. V. Köllner, Homburg/Blieskastel
Prof Dr. med. J. Jünger, Heidelberg

Literatur:

Fischer M, Kopp V, Holzer M, Ruderich F, Jünger J. A modified electronic key feature examination for undergraduate medical students: validation threats and opportunities. Medical Teacher 2005; 27: 450-455

Jünger J, Köllner V. Integration von Kommunikationstraining in die klinische Lehre. PPmP 2003; 53: 47-55

Jünger J, Schäfer S, Schellberg D, Roth C, Ben-David MF, Nikendei C. Effects of Basic Clinical Skills Training on OSCE performance among medical students: a group control design study. Med Edu 2005; 39: 1015 – 1020

Jünger J, Schellberg D, Nikendei C. Subjektive Kompetenzein¬schät¬zung von Studierenden und ihre Leistung im OSCE. GMS Zeitschrift für Medizinische Ausbildung 2006; 23(3), Doc 51

Köllner V, Loew T. Anamnesegruppen – salutogenetischer Faktor im Medizinstudium? In Schüffel W, Brucks U, Johnen R, Köllner V, Lamprecht F, Schnyder U. (Hrsg.): Handbuch der Salutogenese. Wiesbaden, Ullstein Medical, 1998

Köllner V, Gahn, G, Kallert T, Felber W, Reichmann H, Dieter P, Nitsche I, Joraschky P. Unterricht in Psychosomatischer Medizin und Psychotherapie im Dresdner DIPOL-Curriculum. PPmP 2003; 53: 47-55

Köllner V, Einsle F, Nitsche I, Bergmann A, Joraschky P. Psychosomatische Medizin und Psychotherapie im Dresdner DIPOL-Curriculum. Medizinische Ausbildung 2003; 20: 185-234

Nikendei C, Zipfel S, Roth C, Loewe B, Herzog W, Jünger J. Kommunikations- und Interaktionstraining im Psychosomatischen Praktikum: Einsatz von standardisierten Patienten. Psychother Psych Med 2003; 53: 440-445

Nikendei C, Zeuch A, Dieckmann P, Roth C, Schäfer S, Völkl M, Schellberg D, Herzog W, Jünger J. Role-playing for a More Realistic Technical Skills Training. Med Teach 2005; 27: 122-126

Nikendei C, Schilling T, Nawroth P, Hensel M, Ho AD, Schwenger V, Ritz E, Herzog W Schellberg D, Katus HA, Dengler T, Stremmel W, Müller M, Jünger J. Integriertes Skills-Lab-Konzept für die studentische Ausbildung in der Inneren Medizin. Dtsch Med Wochenschr 2005; 130: 1133 – 1138

Nikendei C, Jünger J. OSCE – praktische Tipps zur Implementierung einer klinisch-praktischen Prüfung. GMS Zeitschrift für Medizinische Ausbildung 2006; 23(3), Doc 47

Reitemeier B, Köllner V. Kommunikationstraining in der vorklinischen zahnärztlichen Ausbildung. Deutsche Zahnärztliche Zeitschrift, 2003; 58: 286-289

Strauß B, Köllner V. Was bedeutet die Novellierung der ÄappO für die psychosozialen Fächer? PPmP 2003; 53: 43-46

Internet:

Themenheft der Zeitschrift für Medizinische Psychologie vom Januar 2006: Sie finden das vollständge pdf-Dokument unter:
http://www.uni-leipzig.de/~decker/zmp_1_2006.pdf

Auf der Startseite www.uni-leipzig.de/decker ist auch ein Bericht zum neuen Unterrichtsmodell der Medizinpsychologie in Leipzig auf DLF abgelegt.