Substanz-ungebundene Süchte /
suchtähnliche Verhaltensexzesse

Leitung:

PD Dr. med. Dr. phil. A. Müller, Hannover
Dr. sc. hum. Dipl.-Psych. K. Wölfling, Mainz

Inhalte und Ziele:

Das klinische und wissenschaftliche Interesse an den sogenannten „neuen Süchten“ oder „Verhaltenssüchten“ hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Darunter wird eine große Bandbreite ursprünglich „normalen“ Verhaltens verstanden, das exzessiv, sinnlos und eskalierend ausgeführt wird, weswegen bei den Betroffenen und ihren Angehörigen erheblicher Leidensdruck entsteht. Am häufigsten treten dabei das pathologische Glücksspiel, die Internetsucht/der pathologische PC- und Internetgebrauch (v.a. Online-Rollenspiele), das pathologische Kaufen, exzessives Sporttreiben u.a. auf. Es besteht eine hoher Forschungsbedarf bezogen auf diagnostische Kriterien, Messmethoden, ätiologische Modelle, Behandlungskonzepte und es wird diskutiert, ob diese exzessiv ausgeführten, behandlungsbedürftigen Verhaltensweisen eher als substanz-ungebundene Süchte, Impulskontrollstörungen oder Zwangsspektrumsstörungen eingeordnet werden sollten.

Die Arbeitsgruppe hat zum Ziel, die wissenschaftliche und klinische Expertise im Bereich substanz-ungebundener Süchte/suchtähnlicher Verhaltensexzesse zu bündeln. Sie dient dem Austausch von Informationen und dem Aufbau von gemeinsamer Kompetenz. Im Rahmen der Arbeitsgruppe sollen aktuelle Forschungsperspektiven diskutiert und Möglichkeiten einer Zusammenarbeit geschaffen werden. Ziel ist die Konzeption und Durchführung von gemeinsamen multizentrischen Forschungsprojekten. Darüber hinaus soll ein Forum für den Austausch über vorhandene Behandlungskonzepte und -strukturen für Patientinnen und Patienten mit substanz-ungebundenen Süchten/suchtähnlichen Verhaltensweisen geschaffen werden. Die Arbeitsgruppe dient der Entwicklung und Verstetigung von effektiven psychotherapeutischen Behandlungsangeboten für das Störungsbild in der psychosomatischen Versorgung.

Arbeitsschwerpunkte:

Die Arbeitsgruppe arbeitet derzeit an der Vorbereitung einer multizentrischen Studie zur Häufigkeit und psychischen Korrelaten verschiedener VH-Süchte bei stationären psychosomatischen Patienten/innen.

Organisation:

Die Arbeitsgruppe ist eine Arbeitsgruppe des DKPM, sie trifft sich während der Jahrestagung sowie ein Mal zwischen den Jahrestagungen. Das Treffen während der DKPM-Tagung ist offen für Interessierte. Eine kontinuierliche Teilnahme ist erwünscht.
Darüber hinaus trifft sich die Arbeitsgruppe in einem erweiterten Kreis mit Mitgliedern anderer Fachgesellschaften zur fachgesellschaftsübergreifenden Kooperation (DGPs, DG Sucht, DGPPN).

Leitung:

PD Dr. med. Dr. phil. Astrid Müller
Leitende Psychologin
Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Str. 1
D-30625 Hannover
Tel.: +49 (0)511 532 9179
mueller.astrid@mh-hannover.de

Dr. sc. hum. Dipl.-Psych. Klaus Wölfling
Psychologische Leitung - Ambulanz für Spielsucht
Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Untere Zahlbacher Str. 8
D-55131 Mainz
Tel. +49 (0) 6131-176147
woelfling@uni-mainz.de